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Fragen und Antworten
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Immer wieder werden zu diesem Thema die unterschiedlichsten Fragen gestellt. Hier sollen die häufigsten gestellten Fragen beantwortet werden:
Ist eine Trauerfeier und eine Beerdigung für verwaiste Eltern keine
Zumutung?
Ist eine Beerdigung mit trauernder Eltern wichtig?
Wer
oder was ist in dem Sarg?
Wie
bedeutsam ist ein Ort der Trauer?
Muss denn eine Mutter ihr totes Kind gebären?
Diese Frage kann mit einem eindeutigen "Ja" beantwortet werden. Ja,
es ist eine Zumutung für verwaiste Eltern, an die wohl schmerzlichsten
Stunden ihres Lebens erinnert zu werden.
Es ist jedoch eine noch größere Zumutung, den verwaisten Eltern
die Teilnahme an Trauerfeier und Beerdigung vorzuenthalten. Eine verwaiste Mutter
drückte es so aus: "Darüber zu reden ist schlimm. Darüber
zu schweigen ist noch viel schlimmer."
Trotz - oder auch gerade wegen - der vergossenen Tränen erfahren die Eltern die Trauerfeier und Beerdigung als hilf- und trostreich. Sie konnten dadurch noch etwas aktiv für ihr Kind tun. Dies betonen verwaiste Eltern immer wieder. Für sie war dies ein wertvoller Meilenstein in ihrer Trauerarbeit, den sie wichtig und wohltuend erfahren haben.
In der gesamten Fachliteratur der Psychologie, wie auch in den Büchern
über Trauer(bewältigung) und Erfahrungen von bzw. mit verwaisten Eltern
wird immer wieder die große Bedeutung der Teilnahme an der Beerdigung
von fehlgeborenen Kindern unterstrichen.
Eine anonyme Bestattung ist daher nicht nur eine Verhinderung der Teilnahme und damit ein großes Hindernis in der Trauerarbeit, sondern kann als seelische Grausamkeit angesehen werden, um nicht zu sagen: Körperverletzung.
In dem Sarg werden alle fehlgeborene Kinder (bis 500 Gramm) der letzten Monate
von 9 Frauenkliniken zwischen Bruchsal und Achern in Tüchern eingewickelt
und hineingelegt.
Kinder, die bis zum 4. Schwangerschaftsmonat sterben und ausgeschabt werden
müssen, werden zusammen mit dem übrigen Gewebe des Mutterkuchens beigesetzt,
da hierbei eine klare Trennung zwischen Kind und Plazenta möglich ist.
Die große Bedeutung, einen Ort zu haben, an dem man sich dem Verstorbenen
sehr nahe weiß, kann nur der ermessen, der einen nahestenden Menschen
durch Tod verloren hat. Wer diese Erfahrung noch nicht gemacht hat, kann die
große Bedeutung nur schwer in seiner ganzen Größe erkennen.
Zahlreiche Bücher über Trauer und Trauerarbeit betonen immer wieder,
wie wichtig ein Ort für die Aufarbeitung der Trauer ist. Einen Ort der
Trauer den Menschen vorzuenthalten bedeutet für diese immer einen längeren
Leidensweg.
"Kann denn nicht das tote Kind durch Kaiserschnitt aus dem Mutterleib
geholt werden? Muss denn eine Mutter ihr totes Kind noch gebären?",
ist eine ebenso häufig gestellte Frage. Klar kann das Kind auch durch Kaiserschnitt
aus dem Mutterleib geholt werden.
Die gesamte Literatur berichtet von Frauen, die es schrecklich fanden, dass
ihr totes Kind durch Kaiserschnitt herausgeholt wurde. Sie fühlten sich
um die Erfahrung der Geburt betrogen. Ihnen fehlte das bewusste Erleben, dass
es ihr Kind ist. Ihnen fällt die Trauerarbeit schwerer.
Auf einer Veranstaltung um fehlgeborene Kinder antwortete eine bis dahin sich ruhig verhaltende verwaiste Mutter sehr emotional auf diese Frage: "Ich habe mein totes Kind geboren. Ich bin froh, dass ich es geboren habe. Ich wollte es mir nicht durch einen Kaiserschnitt in Vollnarkose aus dem Bauch stehlen lassen. Es ist mein Kind. Ich bin Mutter. Diese Erfahrungen kann ich nur haben, wenn ich gebäre. Daher bin ich froh, dass ich mein Kind geboren habe, auch wenn ich wusste, dass es ein totes Kind ist, das ich gebären werde."